20.07. 2017
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Gewinnungsbergbau Braunkohle

Tätigkeit am Beispiel eines Markscheiders in der MIBRAG mbH

MIBRAG Die MIBRAG mbH ist ein in Mitteldeutschland tätiges Bergbauunternehmen, das aus zwei Tagebauen jährlich ca. 20 Mio. t Braunkohle fördert, die überwiegend in den Kraftwerken zur Verstromung eingesetzt werden. Die Leitung der zentralen Abteilung Markscheidewesen der MIBRAG mbH mit den zugeordneten Unterabteilungen Tagebauvermessung, Industrie- und Grundlagenvermessung sowie Photo-grammetrie ist verbunden mit typischen linienfunktionalen Aufgaben sowie der Personalverantwortung für insgesamt 27 Mitarbeiter. Sie ist gekennzeichnet durch eine enge Zusammenarbeit mit den technischen Abteilungen Tagebauplanung, Geotechnik und Produktion sowie den kaufmännischen Abteilungen des Unternehmens. Das Tagesgeschäft ist bei den begrenzten Humanressourcen nur mit modernster Technik zu bewältigen und lässt sich in folgende Schwerpunkte gliedern:

Markscheiderische Betriebskontrolle

Ein wichtiger Aspekt sind die monatlichen Leistungsabrechnungen für die kaufmännischen Bereiche. Darüber hinaus werden monatlich die geotechnischen Planvorgaben, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen, kontrolliert:

a) Markscheiderische Leistungskontrolle

  • Abrechnung und Kontrolle der Abraum- und Kohlebewegungen,
  • Abrechnung und Kontrolle der Begleitmineralien,
  • Kontrolle der geplanten Vorlaufverhältnisse,
  • Lagerstättenauswertung/Qualitätsnachweise,
  • Bestandsberechnungen und Bilanzverhältnisse.

b) Markscheiderische Sicherheitskontrolle

  • Kontrolle der Einhaltung rechtlicher Vorgaben und Grenzen,
  • Objektüberwachungen,
  • Arbeitsebenen- und Böschungskontrollen,
  • Pegelkontrollen,
  • Schachtscheinverfahren.

Vermessung

Grundlage aller kartografischen Darstellungen sowie aller Abrechnungen und Kontrollen sind geodätische Arbeiten:

  • modernste Tagebau-, Bau- und Ingenieurvermessung,
  • Objektsicherungsmessungen,
  • Revier- und Ortslagennivellements,
  • Anlage und Pflege von Grundlagenetzen,
  • digitale Photogrammetrie.

Datenmanagement

Gewinnungsbergbau Braunkohle  Mit der Einführung eines digitalen workflows von der Vermessung über die Auswertung bis zum Aufbau eines GIS wurden die Anforderungen an die fachspezifische Datenverarbeitung innerhalb des Markscheidewesens stark erhöht:

  • Aufbereitung digitaler Vermessungsdaten,
  • Datenbankdesign und –management,
  • Aufbau und Pflege von Geoinformationssystemen (GIS),
  • Datenbankanalysen,
  • Dokumentation und Archivierung,
  • Intranetauftritt.

Digitale Kartographie

Grundlage nahezu aller operativen und planerischen Entscheidungen in einem Bergbauunternehmen sind grafische Auswertungen und Karten, die in allen gebräuchlichen Maßstäben basierend auf digitalen Datenbeständen dem Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Auf Basis des Risswerkes werden darüber hinaus alle (berg-)rechtlichen Genehmigungen beantragt:

  • Erstellung des Risswerkes nach § 63 BBergG,
  • Erstellung des Übersichtskartenwerkes, Maßstäbe 1 : 10.000 bis 1 : 100.000,
  • betriebsnotwendige grafische Auswertungen,
  • Orthophotos.

Fernerkundung

Ergänzend zu den terrestrischen Messungen wird seit geraumer Zeit die Photogrammetrie zur Massendatenerfassung für die Kartengrundlagen eingesetzt. Darüber hinaus wird geprüft, inwieweit weitere Verfahren (Scannen, Multispektralaufnahmen, Radarinterferometrie) sinnvolle Unterstützung leisten können:

  • photogrammetrische Auswertung der monatlichen Tagebaubefliegungen,
  • Auswertung photogrammetrischer Sonderbefliegungen, z. B. Vorfeld,
  • Passpunktmanagement,
  • Planung und Auswertung Laserscanning-Kampagnen.

Bergrechtliche Aktivitäten

Bevor in Deutschland ein Unternehmen Bergbau betreiben will, müssen zuerst nach dem Bundesberggesetz entsprechende Bergbauberechtigungen beantragt werden. Von den gewonnenen Bodenschätzen verlangt der Staat seinen Anteil als Förderzins:

  • Bergbauberechtigungen/Berechtsamswesen,
  • Berechnung von Förderabgaben.

Bergschadensbearbeitung

Im Zuge der bergbaulichen Aktivitäten sind bergbauinitiierte Einwirkungen auf die Tagesoberfläche bzw. Objekte an der Tagesoberfläche außerhalb der Tagebaue nicht auszuschließen. Der Unternehmer untersucht auch im eigenen Interesse Bergschadensanfragen und nimmt ggf. Regulierungen gemäß § 114 BBergG vor:

  • Koordination der Bearbeitung der eingehenden Bergschadensanfragen,
  • Bearbeitung von Bauanfragen,
  • Erarbeitung von Baubeschränkungsgebieten.

Projektarbeit

Über das Tagesgeschäft hinaus sind immer wieder interessante Projekte zu bearbeiten, die gegebenenfalls die zukünftigen Arbeiten einer Markscheiderei beschreiben:

  • Aufbau und Koordinierung eines Umweltmonitoringsystems,
  • Aufbau eines GIS-basierenden Leitungskatasters für eine Tochterfirma,
  • Betreuung archäologischer Arbeiten im Tagebauvorfeld.

Kontakt:
Oliver Lohsträter
MIBRAG mbH
Tel.: +49 3441 684-630
Fax: +49 3441 684-287
E-Mail