26.04. 2017
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Sanierungsbergbau

Tätigkeit am Beispiel eines Markscheiders bei der Wismut GmbH

wismut 02Die Wismut GmbH als staatliches Unternehmen, ist mit der Sanierung der Hinterlassenschaften des ehemaligen Uranbergbaus in Thüringen und Sachsen beauftragt. Die Wiedernutzbarmachung als Teil der bergbaulichen Tätigkeit bietet einem Markscheider ein hoch interessantes und abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld. Auf Grund der rückläufigen Tendenz des aktiven Bergbaus wird der Einsatz des Markscheiders im Sanierungsbergbau an Bedeutung zunehmen. Das Tätigkeitsfeld unterscheidet sich nicht wesentlich von dem eines Markscheiders im Gewinn-ungsbergbau. Einige Spezifika gibt es trotzdem und sollen am Beispiel der Sanierung des ehemaligen Uranbergbaus dargestellt werden.

Die Wismut GmbH ist nach dem BBergG zur Führung des Risswerkes sowie zur Beobachtung der Tagesoberfläche auf Einwirkungen nach § 125 BBergG verpflichtet. Daraus leiten sich zwei Hauptaufgaben für das Markscheidewesen ab:

  1. Führung des Bergmännischern Risswerkes gem. Markscheider-Bergverordnung (MarkschBergV)
  2. Realisierung des markscheiderisch-geomechanischen Monitorings.

Die Führung des Bergmännischen Risswerks mit den Bestandteilen Grubenbild und sonstige Unterlagen dienen neben der Dokumentation der Sanierungsarbeiten der betrieblichen Leitungstätigkeit und der Gewährleistung der betrieblichen und öffentlichen Sicherheit. Von der Erfassung der Messdaten im Feld bis zur Ausgabe der Risse ist ein durchgehender Datenfluss gegeben. Die Auswertung der Messdaten und die Erstellung des Risswerkes erfolgt mit CAD-Systemen. Durch die Verschneidung mit weiteren Daten werden thematische Risse wie von Kabel- und Rohrleitungsplänen erstellt. Das Grubenrisswerk wird weiterhin manuell nachgetragen. Hier müssen vor allem getätigte Verwahrungs- und Sicherungsarbeiten nachgetragen werden.

wismut 01Die Interpretation der Ergebnisse und die Ableitung von eventuellen Maßnahmen zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit stehen beim markscheiderisch-geomechanischen Monitoring im Vordergrund. Zum Monitoring gehören z.B. folgende Aufgaben:

  • Ermittlung flutungsbedingter vertikaler und horizontaler Bodenbewegungen
  • Überwachungsmessungen an den Standorten der Dammbauwerke der industriellen Absetzanlagen,
  • Senkungs- und Verschiebungsmessungen auf Zwischenabdeckungen der Tailingflächen,
  • Beobachtungen und Messungen zum Schachtmonitoring,
  • Erfassung flutungsinduzierter seismischer Ereignisse im Umfeld der Grube Schlema-Alberoda,
  • Geomechanische Überwachung eines untertägigen Kontrollstreckensystems bei der gesteuerten Flutung der Grube Königstein mittels eines automatisierten Monitorings,
  • Messungen im Zusammenhang mit der Ermittlung der Ortsdosisleistung zur Einhaltung bzw. Ermittlung der Belastung des Untergrundes aus dem Strahlenschutz heraus.

Die Ergebnisse des Monitorings fließen u.a. in Entscheidungen zur weiteren Sanierung industrieller Absetzanlagen oder der Flutung ein. Weitere Aufgaben des Markscheidewesens in der Wismut GmbH sind:

  • Realisierung aller im Rahmen der Sanierung anfallenden Vermessungsarbeiten
  • Monatliche Ermittlung der Sanierungsumfänge im Rahmen der Leistungskontrolle
  • Führung der bergschadenkundlichen Analysen und des Deformrisswerkes
  • Bearbeitung von Bergschadensmeldungen
  • Archivierung der vorhandenen Risswerksbestände einschließlich des Zubehörs und Vorbereitung der Übergabe an die Bergverwaltungen der Länder Sachsen und Thüringen
  • Erstellung von Sanierungsdokumentationen 
  • Geomechanische Aufgabenstellungen.

Die genannten Aufgaben sind nur ein Ausschnitt aus dem Leistungsprofil des Markscheiders im Sanierungsbergbau. Als Dienstleister von der Konzeption über Planung, Ausführung und Dokumentation der Sanierungsarbeiten ist eine interessante, abwechslungsreiche und vielschichtige Tätigkeit für den Markscheider gegeben.

Kontakt:
Carsten Wedekind
Wismut GmbH
Tel.: +49 35021 52161
Fax: +49 35021 52500
E-Mail