20.07. 2017
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Markscheidewesen: Know-how mit Zukunft

Deutscher Markscheider-Verein e.V.

MarkscheidewesenDas Markscheidewesen ist eine Ingenieur-Disziplin, deren fachliche Ausrichtung innerhalb der Rohstoffwirtschaft für Interessenten in höherem Maß transparent gemacht werden muss. Dem Leben und Arbeiten in vernetzten nationalen und globalen Strukturen geht unabdingbar eine erfolgreiche Kommunikation voraus. Diese lässt sich aber nur auf der Basis belastbarer und zuverlässiger Informationen gewährleisten.

Der DMV ist angetreten, die Leistungsfähigkeit des Markscheidewesens darzustellen und auf breiter Front zu kommunizieren. Durch die intensive Zusammenarbeit vieler Fachkollegen wurde ein nahezu lückenloser Überblick von der Ausbildung über die fachlichen Schwerpunkte bis hin zu den Perspektiven des Markscheidewesens erarbeitet.

Das Spannungsfeld der Rohstoffwirtschaft ist durch zahlreiche Zielkonflikte geprägt. Diese resultieren aus teilweise divergenten Ansprüchen der gesellschaftlich relevanten Gruppen an die Nutzung der Erdoberfläche. Das Markscheidewesen versteht sich in diesem Kontext als eine Schlüsseldisziplin zur Erarbeitung von Problemlösungen. Die Qualifikation für diese Fähigkeit lässt sich an Hand der Arbeitsschwerpunkte des Markscheidewesens belegen:

Altbergbau, Bergbauliche Umweltauswirkungen, Bergbauplanung, Bergschäden, Bergvermessung, Boden- und Gebirgsbewegungen, Erneuerbare geogene Energien, Genehmigungsverfahren, Geoinformation, Lagerstättenmanagement, Raumordnung, Riss- und Kartenwerke. 

VermessungDer nationale und globale Bedarf an qualifizierten Ingenieuren der Fachdisziplin "Markscheidewesen" und die Legitimation des Berufsstandes ergibt sich aus dem Rohstoffverbrauch des Menschen. Der moderne Mensch ist auf eine zuverlässige Versorgung mit energetischen, metallischen und nicht metallischen Rohstoffen sowie Baustoffen angewiesen. Das Markscheidewesen verfolgt das Ziel einer geordneten, sicheren und umweltverträglichen Lagerstättennutzung. Dieser Aufgabe fühlen sich alle Fachkollegen - die Selbständigen, die Behörden- und Hochschul-Vertreter und die im Bergbau arbeitenden - verpflichtet. Unabhängig von der beruflichen Ausrichtung hält die Rohstoffwirtschaft für diese Ingenieurdisziplin eine Fülle von anspruchsvollen und faszinierenden Aufgaben bereit.

Das Markscheidewesen

... ist eine Disziplin des Bergbaus. Es beinhaltet im Wesentlichen:

  • Erkundung, Untersuchung und Bewertung von Bodenschätzen,
  • Lagerstättenprojektion,
  • Planung, messtechnische Erfassung sowie rissliche, kartographische Dokumentation von Bergwerken einschließlich Tagebauen und der Tagesanlagen,
  • Erfassung, Auswertung und bedarfsgerechte Bereitstellung von Geoinformationen (bergbaubezogenes Geoinformationswesen).

Hierzu gehören weiterhin:

  • Mitwirkung bei der Erlangung von Bergbauberechtigungen, Planungs- und Projektierungsarbeiten für den Aufschluss und die Gewinnung der Lagerstätte (einschließlich Fragen der Betriebswirtschaft, Wasserwirtschaft, Raumordnung und Regionalplanung),
  • Ermittlung, Überwachung und Verminderung der über- und untertägigen Auswirkungen des Abbaus (geotechnische Raumplanung) sowie Planung, Überwachung und Nachweis von Rekultivierungsmaßnahmen.

Aufgrund des breitgefächerten Studiums sind Markscheider über den Bergbau hinaus in vielen anderen Industriezweigen, Behörden, Ingenieurbüros und freiberuflich z. B. als vereidigter Sachverständiger und Gutachter im Einsatz. Ihre Tätigkeitsfelder decken ein vielfältiges Spektrum im Geflecht aus Geowissenschaft, Technik, Ökonomie und Umwelt sowohl im Bereich des klassischen Gewinnungsbergbaus als auch im Bereich der alternativen/geogenen Energiegewinnung und der sonstigen Hohlraumnutzung (z. B. als Deponie) ab.